SCA - Starke Kundenauthentifizierung
SCA (Strong Customer Authentication) ist eine EU-Vorschrift im Rahmen der PSD2-Richtlinie, die vorschreibt, dass Online-Zahlungen mit mindestens zwei unabhängigen Authentifizierungsfaktoren überprüft werden müssen. Sie gilt für alle europäischen Webshops und schützt vor Betrug.
Was ist SCA?
Die starke Kundenauthentifizierung (SCA) ist Teil der überarbeiteten EU-Richtlinie über Zahlungsdienste (PSD2), die 2019 in Kraft tritt. Sie schreibt vor, dass Online-Zahlungen mit mindestens zwei von drei Faktoren authentifiziert werden müssen:
- Etwas, das Sie wissen: PIN, Passwort oder Sicherheitsfrage
- Etwas, das Sie haben: Mobiltelefon, Hardware-Token oder Smartcard
- Etwas, das Sie sind: Fingerabdruck, Gesichtserkennung oder andere biometrische Merkmale
In der Praxis bedeutet dies, dass ein Kunde bei einer Online-Zahlung die Zahlung in der Regel über seine Banking-App (etwas, das er hat) mit Fingerabdruck oder Gesichtserkennung (etwas, das er ist) autorisieren muss.
Was bedeutet SCA für Ihr Online-Geschäft?
3D Secure 2 (3DS2)
SCA wird technisch über 3D Secure 2 (Verified by Visa / Mastercard Identity Check) umgesetzt. Wenn ein Kunde mit seiner Karte bezahlt, wird er auf eine Authentifizierungsseite weitergeleitet oder in seiner Banking-App autorisiert. 3DS2 ist eine Verbesserung des alten 3DS1-Systems und bietet ein besseres Benutzererlebnis mit weniger Reibungspunkten.
Verlagerung der Haftung
Ein wesentlicher Vorteil von SCA/3DS ist die Haftungsverlagerung: Wenn eine Zahlung über 3D Secure authentifiziert wird, geht die Haftung für Betrug von Ihnen (dem Webshop-Betreiber) auf den Kartenaussteller (die Bank des Kunden) über. Das bedeutet, dass Sie nicht das Risiko von Rückbuchungen aufgrund betrügerischer Transaktionen tragen.
Ausnahmen vom SCA
Nicht alle Transaktionen erfordern eine vollständige SCA. Es gibt mehrere Ausnahmen:
- Transaktionen unter 30 EUR: Sie können davon ausgenommen werden, aber die Bank kann sie nach mehreren aufeinander folgenden Ausnahmen verlangen.
- Transaktionen mit geringem Risiko: Der Zahlungsdienstleister kann das Transaktionsrisiko bewerten und Zahlungen mit geringem Risiko ausnehmen (TRA - Transaction Risk Analysis).
- Abonnements (MIT): Händlerinitiierte Transaktionen nach der ersten authentifizierten Zahlung erfordern keine SCA für nachfolgende Gebühren.
- Whitelist-Shops: Kunden können bestimmte Webshops in ihrer Bank auf eine Whitelist setzen, so dass für künftige Einkäufe keine zusätzliche Authentifizierung erforderlich ist.
Auswirkungen auf die Konversionsrate
SCA fügt einen zusätzlichen Schritt im Bezahlvorgang hinzu, was sich negativ auf die Konversionsrate auswirken kann. Die Schätzungen variieren, aber ein Rückgang von 5-10 % ist keine Seltenheit. So minimieren Sie die Auswirkungen:
- Verwenden Sie 3DS2: 3DS2 ist viel reibungsloser als das alte 3DS1. Stellen Sie sicher, dass Ihr Gateway die neueste Version unterstützt.
- Nutzen Sie Ausnahmen: Arbeiten Sie mit Ihrem Zahlungs-Gateway zusammen, um TRA-Ausnahmen für Transaktionen mit geringem Risiko zu ermöglichen.
- Bieten Sie alternative Methoden an: MobilePay und Apple Pay haben oft einen schlankeren Authentifizierungsprozess.
SCA und Shoporama
Die Zahlungsintegrationen von Shoporama (Stripe, OnPay, QuickPay, DIBS, etc.) verarbeiten SCA/3D Secure automatisch. Das Gateway schickt den Kunden zur Authentifizierung, wenn dies erforderlich ist, und kümmert sich um den Fallback im Falle technischer Probleme. Sie brauchen nichts selbst zu implementieren - das wird alles vom Zahlungs-Gateway erledigt.
Wir bei Shoporama kennen uns mit Online-Marketing aus
Wir beschäftigen uns selbst seit Jahrzehnten mit Online-Marketing. Als einziges Shopsystem im Land haben wir bereits mehrfach auf Konferenzen wie Marketingcamp, SEOday, Shopcamp, Digital Marketing, E-Commerce Manager, Ecommerce Day, Web Analytics Wednesday und vielen mehr gesprochen.